Die Geschichte von Frederick von Leo Lionni gehört seit meiner Kindheit zu meinen liebsten Bilderbuchgeschichten:

Es ist die Geschichte von der Maus Frederick, die im Spätsommer nicht wie die anderen Mäuse Nahrungsvorräte wie Körner und Nüsse für den Winter sammelt, sondern Sonnenstrahlen, Farben und Wörter. Frederick sammelt also Geschichten, Träume und Hoffnungen für die nahenden kalten, grauen und langen Wintertage.

Die Geschichte zeigt für mich auf erwärmende Weise, dass nicht nur bewusste Ernährung auf körperlicher Ebene wichtig ist, sondern insbesondere auch unser geistiges und seelisches Wohlbefinden genährt werden soll. Die Geschichte ermutigt neue Perspektiven zu entwickeln, sie erinnert an kleine und grosse Schätze, lässt Träume erkennen, die vielleicht gelebt werden möchten und regt an über Veränderungen, das Essentielle im Leben, innere Zufriedenheit und persönliches Glück nachzudenken.

Erntedank – Vorräte anlegen

Die Geschichte ist eine Metapher für eine Phase im Leben, die ihren Höhepunkt erreicht hat. Süsse Früchte in Hülle und Fülle dürfen geerntet werden. Sie sind ein Sinnbild für all das Gewachsene und Erreichte im Leben, das es nun zu würdigen gilt. Es ist Zeit, sich über das Erfüllte zu freuen, zu ernten und persönlichen Erntedank zu feiern und sich zu nähren. Der Spätherbst ist die Zeit des Einmachens und Vorräte Anlegens, um in den Wintermonaten von der Fülle des Sommers zu zehren.

Sich die Zeit nehmen, um nach vollbrachtem Werk innezuhalten, um Bilanz zu ziehen, sich erholen und auf verschiedenen Ebenen zu nähren bevor zum Nächsten geschritten wird, bringt neue Energien, Tatendrang und Ideen hervor. Dies zeigen uns die Pflanzen bestens, die sich nach dem Verlust der Früchte auch wieder auf ihre Wurzeln besinnen, bevor im Frühling wieder Neues zum Leben erwacht und wachsen kann. Ein gut verwurzelter Baum hält vielen Herbststürmen stand und er erholt und nährt sich aus den Kräften, die in den eigenen Wurzeln gespeichert sind.

Der Spätsommer – Das Gelbe Erdelement der Mitte

In der chinesischen Tradition wird dem Spätsommer besonders Gewicht verliehen. So zählt der Spätsommer als eigene Jahreszeit neben Sommer, Herbst, Winter und Frühling. Der Spätsommer wird in der Lehre der fünf Elemente und ihren Wandlungsphasen dem Gelben Erdelement zugeteilt.

In alten Darstellungen steht das Gelbe Erdelement in der Mitte und wird von den vier anderen Elementen Feuer, Metall, Wasser und Holz umkreist. So lässt sich sagen, dass das Erdelement die fünf Wandlungsphasen und die vier Jahreszeiten zusammenfügt und eine Art Kitt der fünf Elemente ist. Es symbolisiert das Zentrum, die Mitte, den Boden unter unseren Füssen. Der Spätsommer ist das Element aus dem Leben entsteht und vergeht. Übrigens strahlt die gelbe Farbe auch im Regenbogen in der Mitte.

„Die Wurzeln unseres wahren Wesens liegen in der Erde, und von ihr leben wir. Geerdet sein ist eine existentielle Selbsterfahrung – ausgeglichen sein im Spiel der Kräfte, ein „mit sich selbst im Reinen sein“, einheitlich, frei von Zwangsvorstellungen und sich überall wie zu Hause fühlen – das ist die Beschreibung der Erde in uns…“

Aus Traditionelle Akupunktur, Das Gesetz der Fünf Elemente, Dianne M. Connelli

Sich die Zeit nehmen zum Innehalten

  • Was ernten Sie persönlich in diesem Spätsommer?
  • Wie nähren Sie sich auf geistiger, körperlicher und seelischer Ebene?
  • Welche Bilder (Vorräte) stärken Sie in den dunkleren, kühlen Zeiten?
  • Nehmen Sie sich Zeit, Erreichtes zu würdigen oder stecken Sie nahtlos schon im nächsten Projekt?
  • Fühlen Sie sich ausgeglichen und in Ihrer Mitte?
  • Was gibt Ihnen Boden unter die Füsse?
  • Leben Sie Ihre Träume?
  • Was brauchen Sie noch, um gestärkt in die dunkleren, grauen Tage starten zu können?

Augenblicke zum Innehalten und um sich zu stärken bieten auch Balancen der Integrativen Kinesiologie. Tun Sie sich etwas Gutes und nehmen Sie sich Zeit, um für ihr körperliches, geistiges und seelisches Wohlbefinden zu sorgen, sowie es Frederick und die anderen Mäuse tun.

Was macht graue Tage bunt?

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